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Archiv für 'Soziale Selektion'

Solidaritätserklärungen

16. Juni 2009, admin

Einen Tag noch, morgen findet die Demonstration durch Weingarten für ein besseres Bildungssystem statt. Währenddessen erreichen uns unbeirrt eine Vielzahl von Solidaritätsbekundungen von LehrerInnen, Studierenden, SchülerInnen, Eltern, ProfessorInnen und Organisationen. Am gestrigen Tage hat uns eine Solidaritätsbekundung von dem Vorsitzenden des Schulausschusses und Mitglied des Landtages, Norbert Zeller (SPD), erreicht.

Im Folgenden der Wortlaut der Bekundung:

Solidaritätsadresse zur Demo  und Kundgebung am Mittwoch, den 17. Juni 2009 zum bundesweiten Bildungsstreik an der PH-Weingarten

Liebe Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Bildungsstreik,

mit  Ihnen stimme ich über ein, dass die Chancengleichheit für alle jungen Menschen hergestellt werden muss. Dies beginnt mit einem Rechtsanspruch für alle Kinder mit einem Platz in einer Kindertagesstätte oder- Krippe ohne Elterngebühren. Wir brauchen eine Schule für alle, die nicht geprägt ist von Auslese und nach sozialer Herkunft selektiert, sondern eine individuelle Förderung gewährleistet und auch Kinder mit Behinderung einschließt. Bildung beleibt zentrale staatliche Aufgabe und muss auch durch den Staat finanziert werden. Dies gilt auch für Studiengebühren. Anstatt den Hochschulbetrieb über Studiengebühren mitfinanzieren zu lassen, muss das Land für die notwendige Finanzierung der Hochschulen sorgen, denn nur Investitionen in die Bildungseinrichtungen sichern die Zukunft unseres Landes. Diese Forderung braucht Unterstützung. Deshalb halte ich den Bildungsstreik 2009 für notwenig und gerechtfertigt.

Mit freundlichen Grüßen
Norbert Zeller

Wir freuen uns sehr über diese Solidaritätsadresse. Und über all die anderen Solidaritätsbekundungen die uns erreicht haben. Dankeschön!

Ein Wermutstropfen sei aber noch erwähnt: Der UStA (bzw. Studentenverein) der HS Weingarten hat bislang – trotz mehrfacher Bitte – noch keine Stellung zu ihren Beweggründen genommen, diese Aktionen nicht zu unterstützen. An einer generellen Ablehnung von Streiks kann es wohl nicht liegen, der Studentenverein beschreibt seine Aufgabengebiete wie folgt: “Ohne UStA gäbe es keine Streiks, keine Getränke bei Parties, kein Erstsemesterfrühstück, usw.” [Link]

Soziale Selektion im Bildungssystem

13. Juni 2009, admin

In der heutigen Ausgabe der “Schwäbischen Zeitung” wird in einem Artikel ausführlich über uns und einen Teil unserer Beweggründe berichtet. Unter anderem wird darüber geschrieben, dass wir die “soziale Selektion” kritisieren und mehr Chancengleichheit fordern. Damit diese Forderung und Aussage nicht einfach so als Behauptung stehen bleibt haben wir einen kleinen Beitrag zu diesem Thema verfasst, welcher die Ergebnisse renommierter Studien zu diesem Thema zusammenfassen soll.

Hier ein Ausriss aus dem Beitrag:

Gleichzeitig zeigt kein anderes Land der OECD das an der PISA-Studie teilgenommen hat derartige Verknüpfungen zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb der Heranwachsenden auf (Artelt 2002: 13). Das Einkommen der Eltern steht meist kausal zur Bildungschance des Kindes. Ein Beleg hierfür ist die Tatsache, dass ein Kind aus einer Akademikerfamilie im Vergleich zu einem Kind aus einer Arbeiterfamilie mit den gleichen kognitiven Grundfähigkeiten und Leseleistung im nationalen Schnitt eine vierfach höhere Chance auf einen Gymnasialabschluss hat (GEW 2002: 19). Ebenso sind die Chancen für Kinder der Grundschule, die aus einem Elternhaus mit höchsten sozialen Status kommen, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten 2,7-fach so hoch wie für die, die aus einem Arbeiterelternhaus stammen (trotz gleicher kognitiven Grundfähigkeiten) (BMAS 2005: 88). Noch stärker kommt diese schichtspezifische Selektion bei der Aufnahme eines Hochschulstudiums hervor, die Chance ein Studium aufzunehmen liegt bei Kindern aus wohlhabenden Elternhaus 7,4-fach so hoch (a. a. O.: 94).

Hier der komplette Beitrag (Mit Quellenangaben, ausführlichen Statistiken und vielen Infos)

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